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  1. Renaultforum.net
  2. Renault Espace
  3. Renault-Espace-Elektronik

Motor dreht aber er springt nicht an.

  • Cem-aus-Koblenz
  • 14. Juni 2026 um 13:36
  • Cem-aus-Koblenz
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    51
    • 14. Juni 2026 um 13:36
    • #1

    Ich fasse mal alles zusammen, damit man den kompletten Verlauf nachvollziehen kann.

    1. Erste Meldung „Öldruckverlust / STOP“ (Sonntag)

    Ich war auf dem Weg zur Firma/LKW, als plötzlich im Display „Öldruckverlust / STOP“ stand. Ich bin sofort auf den Rastplatz gefahren und habe den Ölstand kontrolliert. Der Ölstand war auf MAX. Danach habe ich den Motor nochmal gestartet und er lief völlig normal, ohne Geräusche oder Probleme. Ich habe das Fahrzeug trotzdem stehen gelassen und mich abholen lassen. Am nächsten Tag wurde der Wagen abgeschleppt und stand dann erstmal im Hof.

    2. Tag der Schlüsselübergabe

    Beim Umzug hat der Ex. Freund meiner Frau den Espace gestartet. Er sprang sofort an und lief normal. Er ist ein Stück gefahren, dann kam wieder eine Meldung im Display (er weiß leider nicht mehr welche).

    3. Ex-Freund meiner Frau hat 1–2 Liter Öl nachgefüllt

    Er wusste nicht, welche Meldung angezeigt wurde, und hat einfach 1–2 Liter Öl reingekippt. Ob das nötig war oder nicht, konnte er mir nicht sagen.

    Danach wollte ich erneut starten, der Motor drehte leicht und normal, sprang aber nicht mehr an, haben das Fahrzeug dann Geschleppt.

    4. Ölwechsel + Filterwechsel

    Ich habe dann das komplette Öl abgelassen, den Ölfilter gewechselt und 5 Liter 5W30 eingefüllt. Im Öl und im Filter waren keine Späne, also kein Hinweis auf einen Motorschaden. Seit heute zeigt das Auto aber „Öl nachfüllen“ an. Den Ölstand habe ich danach noch nicht manuell geprüft, mache ich Morgen.

    5. Folgende Teile sind bereits neu:

    - Glühkerzen

    - Glühsteuergerät

    - Verkabelung der Glühanlage (weiß–beige–weiß–beige, jetzt korrekt)

    - Raildrucksensor am Railrohr

    - Anlasser (2,2 kW, 10 Zähne)

    - Batterie (Bosch S5 010, 85Ah, 800A)

    6. Verhalten beim Starten

    Der Motor dreht leicht und ohne ungewöhnliche Geräusche. Man merkt manchmal, dass er kurz „will“, aber dann bricht er ab. Er springt nicht an.

    7. Messwerte mit PyRen 3 (OBDLink SX, Kabel)

    Ich lese über PyRen 3 aus (Einspritzung → Live-Daten). PyRen hängt manchmal kurz beim Starten, aber die Werte sind plausibel. Die entscheidenden Werte:

    - Drehzahl beim Starten: 210 U/min

    - Raildruck: 122 bar

    - Regelstrom Rampendruck: 950 mA, fällt dann auf ca. 300 mA

    Damit baut er zu wenig Raildruck auf, um zu starten.

    8. Was bisher ausgeschlossen ist

    Glühanlage funktioniert, Raildrucksensor ist neu, Anlasser ist neu, Batterie ist neu, Motor dreht per Hand, Öl und Filter waren sauber, keine Späne, keine Hinweise auf kapitalen Motorschaden.

    9. Aktuelle Vermutung

    Es bleiben im Grunde zwei realistische Möglichkeiten:

    A) Anlasserdrehzahl zu niedrig (210 U/min)

    Der M9R braucht mindestens 250–280 U/min, sonst baut die Hochdruckpumpe keinen Druck auf. Mögliche Ursachen: Spannungsabfall Plus/Masse, Übergangswiderstand, Motor dreht unter Last schwerer (Hydrostößel/Luft im Ölkreislauf).

    B) Ölkreislauf / Hydrostößel nach Überfüllung + Ölwechsel

    Durch die 1–2 Liter Überfüllung und den Ölwechsel kann Luft in den Hydrostößeln sein. Dann dreht der Motor zwar leicht, aber unter Last schwerer, was die Drehzahl drückt.

    10. Was als Nächstes geprüft wird

    - Batteriespannung beim Starten

    - Spannungsabfall Plusleitung

    - Spannungsabfall Masseleitung

    - Ölstand manuell prüfen

    - Motor 10–15 Sekunden ohne Einspritzung durchdrehen (Raildrucksensor abstecken), um Hydrostößel und Ölkreislauf zu entlüften.

    Habe auch Can Clip zum Auslesen da.

    Vielleicht hat jemand ähnliche Erfahrungen mit dem M9R oder noch Ideen, woran es liegen könnte.

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    nordinvent
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    • 14. Juni 2026 um 21:32
    • #2

    Cem,

    danke für die sehr ausführliche Aufstellung. Damit lässt sich der Fehler schon deutlich eingrenzen. Ich gehe davon aus, es geht um den Renault Espace V mit M9R V7 (2.0 dCi, 125 kW) aus deinem vorherigen Beitrag.

    Deine Diagnose ist schon ziemlich nah dran. Ein paar Punkte würde ich aber anders gewichten.

    1. Raildruck 122 bar ist der wichtigste Hinweis

    Beim M9R gilt grob:

    • Druckaufbau beim Start nötig: ca. 250–300 bar
    • 122 bar → Steuergerät gibt keine Freigabe für Einspritzung

    Das erklärt perfekt:

    • Motor dreht
    • manchmal "will" er kurz
    • kein Start

    Die Glühanlage, Batterie, Anlasser etc. sind damit eher nicht die Hauptbaustelle.


    2. Die Anlasserdrehzahl 210 U/min ist nicht zwingend zu niedrig

    Beim M9R sind 210 U/min zwar am unteren Rand, aber ein gesunder Motor startet häufig auch damit.

    Wichtiger wäre:

    Was macht die Drehzahl während des gesamten Startvorgangs?

    Mit CLIP würde ich prüfen:

    • Motordrehzahlsignal beim Start → bleibt es stabil?
    • Synchronisation Nockenwelle/Kurbelwelle → JA/NEIN
    • Soll-Raildruck vs. Ist-Raildruck
    • Mengenregelventil Ansteuerung

    Wenn die Synchronisation fehlt, kann der Raildruck ebenfalls nicht sauber kommen.


    3. Der Ölverlust-Alarm ist der Knackpunkt

    Hier würde ich nicht zu schnell von Überfüllung/Hydrostößeln ausgehen.

    Der erste Fehler:

    Zitat

    "Öldruckverlust / STOP"

    bei Ölstand MAX

    ist verdächtig.

    Der M9R hat:

    • Öldruckschalter
    • Ölansaugung
    • Ölpumpe
    • Druckregelung

    Ein echter niedriger Öldruck kann Folgeschäden verursachen, muss aber nicht sofort Späne erzeugen.

    Was ich mir vorstellen könnte:

    Möglichkeit A (relativ wahrscheinlich)

    Die Hochdruckpumpe bekommt nicht genug Kraftstoffzulauf.

    Dann passiert:

    • Motor dreht
    • Raildruck kommt nur auf 100–150 bar
    • Start unmöglich

    Prüfen:

    • Kraftstofffilter
    • Luft in der Dieselzuleitung
    • Vorförderung (falls vorhanden)
    • Rücklaufmenge Injektoren

    4. Rücklaufmengentest der Injektoren wäre jetzt mein Favorit

    Beim M9R sehr häufig.

    Wenn ein Injektor intern zu viel zurücklaufen lässt:

    • Hochdruckpumpe fördert
    • aber Druck fällt zusammen
    • Raildruck bleibt bei ~100 bar

    Test:

    4 Messbecher an Rücklauf
    10–20 Sekunden starten

    Vergleich:

    • einer deutlich höher → Fehler gefunden

    5. Regelstrom Rampendruck 950 mA → 300 mA

    Das ist interessant.

    Das Mengenregelventil an der Pumpe wird vom Steuergerät angesteuert.

    Beim Start sollte es versuchen, Druck aufzubauen.

    Wenn der Strom:

    • kurz hoch geht
    • dann abfällt

    kann das bedeuten:

    ECU versucht Druck aufzubauen, erkennt aber dass der Druck nicht kommt.

    Das passt eher zu:

    • Kraftstoff fehlt
    • Injektor Rücklauf zu hoch
    • Hochdruckpumpe verschlissen
    • Luft im System

    6. Öl überfüllt + Hydrostößel

    Die Theorie würde ich weiter hinten anstellen.

    Warum?

    Wenn ein M9R durch Ölüberfüllung hydraulisch "voll" wäre:

    • Anlasser würde deutlich schwerer drehen
    • Drehzahl wäre nicht konstant
    • eventuell wäre Kompression auffällig

    Deine Beschreibung:

    Zitat

    Motor dreht leicht und normal

    spricht eher gegen ein mechanisches Problem.


    Was ich jetzt mit CLIP machen würde:

    1. Fehlerspeicher Einspritzung komplett auslesen
      • DF137?
      • DF226?
      • Raildruck Regelung?
      • Synchronisation?
    2. Livewerte beim Start:
      • Motordrehzahl
      • Raildruck Soll/Ist
      • Synchronisierung
      • Kraftstofftemperatur
      • Batteriespannung ECU
    3. Kraftstoffseite:
      • Handpumpe vorhanden? → hart pumpen bis fest
      • Luftblasen beobachten
      • Rücklaufmengentest

    Meine Reihenfolge der Wahrscheinlichkeit wäre aktuell:

    1. Injektor-Rücklauf zu hoch / Raildruck bricht zusammen ⭐⭐⭐⭐⭐
    2. Luft/Kraftstoffversorgung vor Hochdruckpumpe ⭐⭐⭐⭐
    3. Hochdruckpumpe/Mengenregelventil ⭐⭐⭐
    4. Kurbel/Nocken-Synchronisation ⭐⭐⭐
    5. Anlasserdrehzahl/Spannungsproblem ⭐⭐
    6. Hydrostößel/Ölproblem ⭐

    Eine wichtige Frage noch:
    Beim Starten mit PyRen/CLIP — steht bei "Synchronisation OT/Nockenwelle" wirklich OK? Und hast du einen Fehlercode aus der Einspritzung (DFxxx)? Das würde die Richtung fast sofort festlegen.

    Gruß Micha

    Wenn mein Tipp den Fehler schneller fand als die Werkstatt: 😄
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  • Cem-aus-Koblenz
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    • 17. Juni 2026 um 11:38
    • #3

    Hallo,

    ich habe keine Fehler gespeichert in der Einspritzung.

    Das Bild mit dem Kreis, da habe ich ne Luftblase drin die beim benutzen der Handpumpe hin und her rutscht.

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    nordinvent
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    • 17. Juni 2026 um 22:31
    • #4

    Cem,

    das mit der Luftblase in der Leitung ist ein sehr wichtiger Hinweis. Bei deinem Fehlerbild würde ich die Kraftstoffseite jetzt deutlich höher priorisieren.

    Wenn keine Fehler in der Einspritzung gespeichert sind, der Motor mit 210 U/min dreht, aber der Raildruck nur auf ~122 bar kommt, passt das sehr gut zu einem Problem vor der Hochdruckpumpe.

    Beim M9R ist es möglich, dass die Hochdruckpumpe zwar mechanisch dreht, aber durch Luft im Zulauf keinen ausreichenden Druck aufbauen kann.

    Was die Luftblase aussagt

    Eine einzelne kleine Blase ist nicht immer dramatisch. Aber:

    • Blase bewegt sich beim Pumpen hin und her
    • Handpumpe verändert die Lage
    • Motor startet nicht

    → spricht für Luft im Niederdrucksystem.

    Typische Stellen:

    • Kraftstofffiltergehäuse / Dichtung
    • O-Ringe an den Schnellkupplungen
    • Rücklaufleitungen
    • Filter falsch montiert (Dichtung nicht sauber sitzend)
    • Haarriss im Kunststoffgehäuse
    • Leitung vom Tank zieht Nebenluft

    Ein einfacher Test

    Vor dem Start:

    1. Handpumpe pumpen bis sie richtig hart wird.
    2. Dann starten.

    Beobachten:

    • Wird die Pumpe sofort wieder weich?
    • Wandert die Blase wieder zurück?
    • Kommt Diesel schaumig?

    Wenn ja → zieht er irgendwo Luft.


    Noch ein guter Test

    Wenn möglich:

    Die Zuleitung zur Hochdruckpumpe kurzzeitig mit einem transparenten Schlauch ersetzen (nur zum Test):

    Filter → Pumpe

    Beim Start schauen:

    • viele kleine Blasen = Luftproblem
    • sauberer Dieselstrom = eher Richtung Rücklauf/Injektoren

    Eine Sache zum "Öldruckverlust"

    Der erste Alarm kann tatsächlich ein Folgefehler gewesen sein.

    Beim Startversuch mit zu wenig Drehzahl / langer Startphase kann Renault gerne Warnungen setzen, die nicht zwingend den echten mechanischen Schaden bedeuten. Dass der Motor danach noch normal lief, keine Späne hat und leicht dreht, spricht gegen einen kapitalen Schaden.


    Ich würde jetzt nicht weiter Teile tauschen, sondern:

    1. Kraftstofffilter/Anschlüsse absolut dicht bekommen
    2. Luft raus
    3. Raildruck beim Start beobachten

    Wenn danach der Raildruck immer noch bei 120 bar bleibt, wäre als nächstes der Rücklaufmengentest der Injektoren dran.

    Noch eine Frage: Ist diese Luftblase vor dem Filter (Tank → Filter) oder zwischen Filter und Hochdruckpumpe? Das macht beim M9R einen großen Unterschied.

    Gruß Micha

    Wenn mein Tipp den Fehler schneller fand als die Werkstatt: 😄
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