Ich will nochmal das Thema Ladedruck behandeln. ich starte dafür einen neuen Beitrag, weil mein bisheriges Geschreibsel unübersichtlich und fehlerbehaftet war. Es liegt dran, dass ich keine Erfahrungen mit derart hochmodernen Renaults habe und mich erst allmählich (Dank eurer Hilfe) in das Thema einarbeite.
Beispielsweise war mir nicht klar, dass mein Master3 ( BJ 2011) 2,3l dci125 X62 Motorcode M9T 676 auf eben jene Bezeichnung hört.
Ich wusste auch nicht, dass dass Motorsteuergerät in den Notlauf umschaltet, wenn die gelbe Motorkontroll-leuchte (MKL) aufpoppt.
Was ich mir jetzt aufgrund der gemachten Erfahrungen zusammenreime, ist folgendeath:
Eine nicht angelernte Drosselklappe, welche an sich vollkommen einwandfrei ist, und ordnungsgemäß ganz schließt und ganz öffnet, führt zur Fehlermeldung P 2112 ( Drosselklappe hängt geschlossen fest) Die Fehlermeldung müsste heißen: Bitte Anlernprozedur für Drosselklappe einleiten.
Dieser Fehler wird zuverlässig beim 1. Start nach Löschung des Fehlerspeichers neu gesetzt. Das Auto läuft dabei relativ normal.
Nach einer gewissen Weile, jedoch relativ zuverlässig am nächsten Morgen geht dann die MKL an.
Nachdem zwei Billig-Auslese-Geräte aus China ( mit Software extra für Renault) außerstande waren, eine profane Anlernung der Drosselklappe zu realisieren, habe ich mit wochenlang mit dem Effekt herumgeschlagen.
In dieser gesamten Zeit wurde ein anderer , ursprünglicher Fehler nicht mehr angezeigt : Nämlich " Ladedruck nicht ausreichend" P0299 ist der Fehler code,
ich war naiv genug, anzunehmen, die Ursache für das Wegbleiben dieses Fehlercodes sei der Austausch des Ladedrucksensors gewesen.
So kann man sich täuschen: Nachdem ich endlich (mit Hilfe einer Werkstatt) eine meiner beiden vollkommen intakten Drosselklappen dem Steuergerät schmackhaft machen konnte, blieb der Fehler P2112 weg.
Dafür kam beim ersten Vollgasstoß die altbekannte Klartext-Meldung im Tacho: "Einspritzung defekt" , mit Auslesegerät: "Ladedruck nicht ausreichend"
Auto fuhr im Notlauf weiter, mit ROTER STOP LAMPE und Tochter am Steuer 400 km hin zum Ziel und dann mit zwischnzeitlich gelöschtem Fehler 400 km ohne Warnleuchten heim
Das ging deshalb, weil bei Schleichfahrt ca 2000 U/min der Ladedruck nicht beanstandet wurde.
Ich besorgte daraufhin ein jämmerliches Abdrückgerät aus China und wollte mal checken, ob im Ladeluftstrang ein Leck ist.
Irgendwo noch im Saugbereich des Luftstranges gibt ein kleines Zischen, nix wildes.
Ich hatte heute nochmals eine kleine Fahrt, in der ich diverse Parameter im Datenstrom aufnehmen wolte.
Ich konnte mit aller mutwilligen Provokation keine Fehlermeldung erreichen.
Bei meinem ollen VWT4 war auch mal der Ladedruck weg, damals war der Dieselkat kaputtgeschüttelt und die Innereien quergelegt.
Jetzt ist also meine Theorie: der Diesel-Partikel-Filter (DPF) war wg. Kurzstreckenbetrieb ( vom Vorbesitzer bestätigt)
voll mit Grütze oder was sich sonst dort ansammelt. Und hat den Abgas-Strom gebremst ähnlich wie weiland mein querstehender Dieselkat.
Und mein Töchterlein hat auf der Heimfahrt den DPF mit Gottes Hilfe freigebrannt ?
Jedenfalls kommt keine Fehlermeldung mehr.
Vielleicht sollte ich noch ergänzen: Mein Master hat einen DPF, der anders aussieht als sämtliche Exemplare, deren Ablichtungen man bei Ebay sehen kann. Bei mir gibt es keine Anschlussgewinde für Druckleitungen zur Differenzdruck-Überwachung. Irgendwo soll eine Entnahmestelle für einen Abgas-Gegendrucksensor zwischen dem Ausgang des VTG-Turboladers und dem Eingang des DPF liegen. Wenn da ein korruptes Messergebnis vorläge....