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  2. Renault Clio
  3. Renault-Clio-Elektronik

Getriebeprobleme DC4 016 (Clio 4) Sensor Eingangsdrehzahl

  • Frank71336
  • 11. Juli 2026 um 16:18
  • Frank71336
    Anfänger
    Beiträge
    2
    • 11. Juli 2026 um 16:18
    • #1

    Hallo,

    mein 10 Jahre alter Clio 4 (Energy TCe 120 EDC, Automatik-Getriebe!) zeigt seit 2 Wochen sporadisch folgendes Verhalten:

    1. Manchmal Anzeige "Getriebe prüfen" für 1 Sekunde beim Einschalten
    2. Manchmal zusätzlich dauerhaft "Getriebe prüfen"
    3. Manchmal zusätzlich: Schaltet nur noch manuell und dabei nur noch gerade Gänge
    4. Manchmal zusätzlich: Anzeige (mit gelber Warnlampe): Abgassystem prüfen

    Fehler verschwindet in aller Regel wenn man das Fahrzeug abstellt und später weiterfährt.

    Getriebe ist laut Rechnung DC4 016 (Doppelkupplungs-Automatik-Getriebe).

    Feld-Wald-Wiesen-Werkstatt im Dorf hat folgende Fehler ausgelesen (traut sich aber an das Problem nicht weiter ran):

    • DF465 - Stromkreis Geber Eingangsdrehzahl Getriebe 2, Masseschluss
    • DF428 - Stromkreis Geber Eingangsdrehzahl Getriebe 1, Masseschluss

    Fragen:

    • Ist das verhalten bekannt?

    Nach oberflächlicher Suche könnte tatsächlich der fragliche Sensor einen Schuss haben (Metallspäne am Sensor? Kontaktprobleme am Stecker? Kabelbruch?

    • Gibt es diesen Sensor frei zugänglich am Getriebe?
    • Wo sitzt er?
    • Ist das ein einzelner Sensor oder zwei?
    • Wie kommt man an den Sensor ran (von oben, von unten)?
    • Wahrscheinlich muss man da ziemlich viel abbauen, um überhaupt dran zu kommen?
    • Gibt es eine Zeichnung/Foto vom Getriebe wo der Stecker zu sehen ist? Habe lange danach gesucht und nichts gefunden.

    Ich habe den Fehler begangen, der KI zu vertrauen: Demnach soll der Sensor unter dem Batterieträger leicht zugänglich sein, aber nach Ausbau des Batterieträgers habe ich nichts gesehen, das mich an einen Sensor erinnert hätte...

    Vielen Dank

    Frank

    Bilder

    • Fehlerspeicher.jpg
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  • nordinvent
    Profi
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    88
    Beiträge
    951
    • 11. Juli 2026 um 22:58
    • #2

    Frank,

    bei dem Clio IV Energy TCe 120 EDC (H5F + DC4/6DCT250) passt das Fehlerbild tatsächlich sehr gut zu einem Problem mit den Eingangsdrehzahlsensoren des Doppelkupplungsgetriebes – aber die Aussage „Sensor sitzt unter dem Batterieträger und ist schnell erreichbar“ ist für dieses Getriebe nicht korrekt bzw. stammt sehr wahrscheinlich von einer Verwechslung mit anderen Renault-Getrieben.

    Die beiden Fehler:

    • DF428 – Stromkreis Geber Eingangsdrehzahl Getriebe 1, Masseschluss
    • DF465 – Stromkreis Geber Eingangsdrehzahl Getriebe 2, Masseschluss

    bedeuten nicht zwingend, dass beide Sensoren mechanisch defekt sind. Beim DC4 werden die beiden Drehzahlen der beiden Getriebeeingangswellen überwacht. Wenn das Steuergerät unplausible oder kurzgeschlossene Signale sieht, geht es in den Schutzmodus.

    Das von dir beschriebene Verhalten ist sehr typisch:

    • kurz „Getriebe prüfen“ beim Einschalten → sporadischer elektrischer Fehler erkannt
    • nur gerade Gänge → Getriebe läuft im Notlauf mit nur einem Teil der Schaltlogik
    • Abgassystem prüfen → Folgefehler, weil Motorsteuergerät eine Getriebestörung über CAN bekommt
    • nach Neustart wieder normal → typischer intermittierender Fehler

    Wo sitzen die Sensoren beim DC4?

    Beim DC4 (Getrag Powershift 6DCT250) sitzen die Eingangsdrehzahlsensoren im Getriebegehäuse oben im Bereich der Mechatronik, nicht außen frei sichtbar wie bei älteren Renault-Schaltgetrieben.

    Es gibt zwei Sensoren:

    • Eingangsdrehzahl Sensor 1 (für Kupplung 1 / Ganggruppe 1-3-5)
    • Eingangsdrehzahl Sensor 2 (für Kupplung 2 / Ganggruppe 2-4-6)

    Sie sind Bestandteil des internen Sensorkabelbaums bzw. der Mechatronikeinheit.

    Eine Darstellung wie:

    Code
     

    Der Bereich unter der Batterie enthält hauptsächlich:

    • Getriebesteuergerät-Anschluss
    • Hauptstecker
    • Kabelbaum
    • Entlüftung
    • Gehäusebereich

    Die Sensoren selbst sieht man dort normalerweise nicht einfach von oben.


    Warum findet man unter dem Batterieträger keinen Sensor?

    Weil dort häufig ein falscher Hinweis kursiert.

    Bei manchen Renault-Getrieben (z.B. bestimmte EDC-Versionen oder Easy-R) gibt es externe Drehzahlsensoren mit sichtbarem Stecker.

    Beim DC4 sitzen die relevanten Sensoren jedoch im Inneren der Getriebeeinheit.


    Häufige Ursachen bei genau diesen Fehlern

    Meine Reihenfolge der Wahrscheinlichkeit:

    1. Kabel/Steckerproblem (sehr häufig)

    Gerade bei 10 Jahre alten Fahrzeugen:

    • Öl im Steckerbereich
    • Korrosion der Pins
    • Kabelbruch direkt am Getriebehalter
    • beschädigte Leitung durch Vibration
    • Übergangswiderstand

    Bevor man das Getriebe öffnet, würde ich unbedingt den Kabelweg prüfen.


    2. Interner Sensorkabelbaum / Drehzahlsensor defekt

    Beim DC4 kommt das vor.

    Typisch:

    • kalt funktioniert es
    • warm Fehler
    • nach Neustart wieder weg
    • mehrere Sensorfehler gleichzeitig

    Wenn beide Sensoren gleichzeitig „Masseschluss“ melden, ist ein gemeinsamer Fehler im Kabelbaum/Stecker wahrscheinlicher als zwei gleichzeitig defekte Sensoren.


    3. Metallspäne am Sensor

    Das ist möglich, aber nicht mein erster Verdacht.

    Die Sensoren sind magnetisch und können durch Abrieb beeinflusst werden. Allerdings würde das meistens eher zu:

    • Signal unplausibel
    • Signal fehlt
    • Drehzahl nicht plausibel

    führen, nicht unbedingt zu Masseschluss.


    Was würde ich als nächstes prüfen?

    1. Fehler mit Renault CLIP auslesen

    Nicht nur Universaltester.

    Wichtig wären:

    • Freeze Frame Daten
    • Getriebetemperatur beim Fehler
    • Versorgungsspannung
    • Kupplungspositionen
    • Eingangsdrehzahlwerte

    2. Steckerprüfung

    Besonders:

    • großer Getriebestecker
    • Kabelstrang oberhalb Getriebe
    • Bereich Batteriehalter
    • Massepunkte Getriebe/Karosserie

    Stecker abziehen und prüfen auf:

    • Ölspuren
    • Grünspan
    • zurückgeschobene Pins

    3. Widerstandsmessung

    Wenn man Zugang zu den Leitungen bekommt:

    Sensorleitungen gegen Masse prüfen.

    Ein echter Masseschluss wäre:

    • Leitung gegen Masse ≈ 0 Ohm

    Ein intakter Sensor/Kreis sollte nicht gegen Masse kurzgeschlossen sein.


    Reparaturaufwand

    Falls es tatsächlich die internen Sensoren sind:

    Das ist leider kein „Sensor tauschen wie beim ABS“.

    Dafür muss in der Regel:

    • Getriebeöl abgelassen werden
    • Mechatronik geöffnet bzw. ausgebaut werden
    • teilweise Getriebe geöffnet werden

    Der Aufwand ist deutlich größer.

    Deshalb würde ich nicht als erstes das Getriebe zerlegen.


    Meine Einschätzung bei deiner Beschreibung

    Bei:

    • beide Eingangssensoren gleichzeitig
    • Masseschluss
    • sporadisch
    • Neustart heilt den Fehler

    würde ich zuerst auf:

    70 % Kabel/Stecker/Mechatronik-Anschluss
    25 % interner Sensorkabelbaum/Sensoren
    5 % mechanisches Getriebeproblem

    tippen.

    Eine wichtige Frage noch:

    1. Hat der Clio noch die erste Batterie oder wurde diese irgendwann erneuert?
    2. Tritt der Fehler eher bei kaltem Fahrzeug morgens oder nach längerer Fahrt/warmem Getriebe auf?
    3. Kannst du mit einem Diagnosegerät die DC4/Getriebesteuergerät-Livedaten auslesen (z.B. DDT4All, CAN Clip, Launch, Autel)?

    Gerade Temperaturabhängigkeit würde die Richtung sehr stark eingrenzen.

    Gruß Micha

    Wenn mein Tipp den Fehler schneller fand als die Werkstatt: 😄
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    • Zitieren
  • Frank71336
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    2
    • 12. Juli 2026 um 19:18
    • #3

    Hi Micha,

    vielen Dank für die super-lange Antwort.

    • Batterie wurde vor 2 Jahren gewechselt, nachdem die alte ohne jede Vorwarnung den Dienst eingestellt hatte.
    • Mit warm/kalt tue ich mich schwer. Dass das Getriebe in den Notlaufbetrieb geht ist zumeist erst nach ein paar Kilometer Fahrt aufgetreten. Ich hatte aber auch den Fall, dass bei kalten Fahrzeug direkt beim Losfahren noch ein Stück rückwärts gefahren werden konnte und dann beim Schalten nach D da Getriebe komplett gestreikt hat (wollte überhaupt keinen Gang mehr einlegen) und nur Motor aus/ein geholfen hat (dann lief es wieder normal).
    • Mit Diagnosegerät irgend einer Art tue ich mich schwer. Bereits die normalen Fehlercodes wurden ja bereits von der Werkstatt ausglesen.

    Wenn man damit nun in die Werkstatt geht (und früher oder später bleibt mir ja gar nichts anderes übrig) ist da die Renault-Werkstatt überhaupt das richtige? Sind die - ohne ein neues Getriebe zu verkaufen - überhaupt in der Lage hier etwas zu machen? Die werden ja kaum ein Getriebe öffnen wollen/können/dürfen?

    Liebe Grüße

    Frank

    • Zitieren
  • nordinvent
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    • 12. Juli 2026 um 21:55
    • #4

    Frank,

    nach deiner Ergänzung würde ich die Sache sogar etwas anders gewichten.

    Dass die Batterie erst zwei Jahre alt ist, schließt eine schwache Bordspannung zwar nicht vollständig aus (Ladespannung und Masseverbindungen sollte man trotzdem prüfen), macht sie aber deutlich unwahrscheinlicher.

    Entscheidend finde ich diese beiden Punkte:

    • Der Fehler tritt nicht ausschließlich im warmen Zustand auf.
    • Ein Zündung AUS/EIN behebt ihn fast immer.

    Das spricht eher für ein Problem, bei dem das Getriebesteuergerät einen unplausiblen Sensorwert erkennt und anschließend in den Notlauf geht. Nach einem Neustart wird der Fehler zurückgesetzt, bis er erneut auftritt.

    Dass beide Sensoren gleichzeitig betroffen sind, ist auffällig

    Die beiden Fehler lauten:

    • DF428 Eingangsdrehzahl Getriebe 1 – Masseschluss
    • DF465 Eingangsdrehzahl Getriebe 2 – Masseschluss

    Zwei Sensoren gleichzeitig fallen statistisch eher selten gleichzeitig aus. Deshalb würde ich folgende Reihenfolge für wahrscheinlich halten:

    1. Stecker oder Kabelbaum zum Getriebe
    2. Interner Kabelbaum bzw. Sensorplatine der Mechatronik
    3. Getriebesteuergerät (TCM)
    4. Erst danach wirklich zwei defekte Sensoren

    Gerade die Diagnose "Masseschluss" deutet eher auf ein elektrisches Problem als auf verschmutzte Sensoren durch Metallabrieb hin.

    Renault-Werkstatt oder freie Werkstatt?

    Ich würde nicht zu einer beliebigen freien Werkstatt gehen.

    Es gibt drei Arten von Werkstätten:

    1. Renault-Vertragswerkstatt

    Vorteile:

    • Renault CLIP vorhanden
    • kennt die DF-Fehlercodes
    • kennt die Renault-Prüfanleitungen
    • kann Kabelbaum und Messwerte prüfen

    Nachteil:

    • manche Betriebe tauschen lieber komplette Baugruppen.

    Das ist aber längst nicht bei allen so.


    2. Getriebespezialist (meine Empfehlung)

    Noch besser wäre ein Betrieb, der sich auf

    • EDC
    • Getrag
    • Powershift
    • Doppelkupplungsgetriebe

    spezialisiert hat.

    Diese Betriebe reparieren häufig:

    • Mechatroniken
    • interne Kabelbäume
    • Sensoren
    • Steuergeräte

    anstatt gleich das komplette Getriebe zu ersetzen.


    3. Normale freie Werkstatt

    Die kann zwar Fehler löschen und auslesen.

    Aber spätestens wenn es an

    • Oszilloskop
    • Sensorprüfung
    • Renault-CLIP
    • Mechatronik

    geht, wird es schwierig.

    Wird Renault gleich ein neues Getriebe verkaufen?

    Nicht unbedingt.

    Ein seriöser Renault-Betrieb würde normalerweise zuerst:

    • alle Fehler mit CLIP auslesen
    • die Parameter ansehen
    • die Eingangsdrehzahlen vergleichen
    • den Kabelbaum prüfen
    • den Hauptstecker prüfen
    • gegebenenfalls technische Mitteilungen (Renault-Dialogys/Techline) prüfen

    Erst wenn klar ist, dass tatsächlich die Mechatronik oder das Getriebe intern beschädigt ist, wird über größere Reparaturen gesprochen.

    Ich würde vor jeder größeren Reparatur noch Folgendes machen lassen

    1. Stecker am Getriebe vollständig abziehen und auf Öl, Feuchtigkeit oder Korrosion prüfen.
    2. Leitungen vom Getriebesteuergerät bis zum Stecker durchmessen.
    3. Versorgungsspannung und Masse unter Last prüfen.
    4. Während einer Probefahrt mit CLIP die beiden Eingangsdrehzahlen aufzeichnen.

    Gerade Punkt 4 ist oft entscheidend: Wenn eine Eingangsdrehzahl plötzlich auf 0 springt oder aussetzt, lässt sich die Ursache deutlich besser eingrenzen.

    Noch eine interessante Frage

    Mich würde interessieren, ob das Getriebeöl bzw. die Kupplungen schon einmal gewartet wurden.

    Beim DC4 (Getrag 6DCT250 mit Trockenkupplungen) gibt es zwar keinen klassischen Ölwechsel wie bei einem Nasskupplungs-EDC, aber die Mechatronik und das Getriebe selbst können dennoch Probleme entwickeln. Außerdem gab es bei diesem Getriebetyp im Laufe der Jahre durchaus bekannte Schwachstellen an Mechatronik und Sensorik.

    Mein Rat

    Ich würde noch keinen Getriebetausch akzeptieren, solange nicht nachweislich geprüft wurde:

    • Kabelbaum,
    • Hauptstecker,
    • Spannungsversorgung,
    • Eingangsdrehzahlsignale,
    • und die Mechatronik.

    Erst wenn diese Prüfungen ergeben, dass die Sensoren oder deren interne Verdrahtung tatsächlich defekt sind, sollte über eine Reparatur oder den Austausch der Mechatronik nachgedacht werden. Ein kompletter Getriebetausch wäre nach dem bisherigen Fehlerbild aus meiner Sicht nicht die erste Wahl.

    Gruß Micha

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