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Wasserabläufe Wasserkasten

  • Seba8tian
  • 20. Oktober 2026 um 21:56
  • Seba8tian
    Anfänger
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    4
    • 20. Oktober 2026 um 21:56
    • #1

    Hallo,

    bei meinem Master 3 von 2012 ist es unter der Schaumstoffverkleidung im Fahrer/ Beifahrerfußraum bzw. eigentlich darunter komplett feucht.

    Im Gehäuse des Pollenfilters ist es trocken, der Filter an sich wurde aber vom Vorgänger irgendwie reingestopft und der Ablauf im Gehäuse sowie der Ablauf unters Auto waren komplett verstopft. Dies habe ich heute wieder soweit gängig gemacht.

    Auch die Abläufe links/rechts aus dem Wasserkasten, welche das Wasser Richtung Radkasten leiten waren dicht und wurden heute gereinigt. Allerdings stecken diese Rohre nur ganz locker in den Löchern des Wasserkastens und die Hälfte des Wassers läuft nicht durchs Rohr sondern direkt in den Motorraum. Soll bzw. darf das so?
    Gibts weiter unten im Motorraum eventuell noch eine Stelle wo genau dieses Wasser nochmal die Möglichkeit hätte in den Innenraum zu gelangen?


    Vielen Dank schon mal und schönen Abend

  • nordinvent
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    • 21. Oktober 2026 um 08:55
    • #2

    Seba,

    ja beim Renault Master III von 2012 gibt es durchaus weitere Stellen, an denen Wasser aus dem Wasserkasten beziehungsweise dem Motorraum in den Innenraum gelangen kann. Und deine Beobachtung mit den locker sitzenden Ablaufrohren ist interessant.

    Ich würde allerdings zwei Dinge unterscheiden: den ursprünglichen Wassereintritt durch die verstopften Abläufe und einen möglicherweise weiterhin bestehenden Wassereintritt.

    1. Müssen die Ablaufrohre dicht im Wasserkasten sitzen?

    Renault Master MK3 2010-19 Movano B Genuine Scuttle Panel Drain Pipe 8200760103 | eBay


    Beim Master III gibt es tatsächlich separate Wasserablaufrohre. Beispielsweise wird die Teilenummer 8200760103 als Wasserkasten-Ablaufrohr für den Master III geführt.

    Die Rohre dienen dazu, Regenwasser gezielt nach unten abzuführen.

    Sie müssen nicht zwangsläufig wasserdicht mit dem Wasserkasten verklebt sein. Allerdings sollten sie korrekt in ihren Aufnahmen sitzen, damit das Wasser überwiegend durch die Rohre abläuft.

    Dass etwa die Hälfte des Wassers daneben in den Motorraum läuft, würde ich nicht einfach als normal ansehen. Ob das bei deinem Fahrzeug bereits einen Fehler darstellt, hängt davon ab, wo das Wasser anschließend hinfließt.

    Ich würde insbesondere prüfen, ob die oberen Gummianschlüsse ausgehärtet, verformt oder nicht mehr richtig eingerastet sind.

    2. Kann das Wasser weiter unten im Motorraum in den Fußraum gelangen?

    Ja. Hier wären meine wichtigsten Verdachtsstellen:

    A. Kabeldurchführungen in der Spritzwand

    Durch die Spritzwand verlaufen mehrere Kabelstränge. Diese sind mit Gummitüllen abgedichtet. Wenn Wasser aus dem Wasserkasten hinter die vorgesehenen Abläufe gelangt, kann es entlang der Spritzwand nach unten laufen und durch eine undichte Kabeldurchführung eindringen.

    B. Abdichtung von Blechfalzen und Karosserienähten

    Gerade im Übergang zwischen Spritzwand und Bodenblech befinden sich abgedichtete Blechverbindungen. Ist eine Nahtabdichtung beschädigt, kann Wasser seinen Weg hinter die Dämmung finden.

    C. Durchführung und Befestigung des Heizungs-/Lüftungsgehäuses

    Da du bereits einen verstopften Ablauf und einen falsch eingesetzten Pollenfilter gefunden hast, würde ich auch die Umgebung des Heizungsgehäuses kontrollieren.

    Ein trockener Pollenfilter schließt nicht aus, dass zuvor Wasser durch das Lüftungssystem eingedrungen ist.

    D. Kondenswasserablauf der Klimaanlage

    Falls dein Master eine Klimaanlage besitzt, kann ein verstopfter oder nicht korrekt sitzender Kondenswasserablauf ebenfalls für Feuchtigkeit unter der Bodenisolierung sorgen.

    Im Renault-Werkstatthandbuch werden verstopfte Abläufe, undichte Durchführungen und beschädigte Karosserieabdichtungen ausdrücklich als mögliche Ursachen für Wassereintritt genannt.


    3. So würde ich die Ursache eingrenzen

    Da du die Abläufe bereits gereinigt hast, würde ich zunächst keine weiteren Teile ausbauen, sondern einen gezielten Wassertest durchführen.

    1. Die Schaumstoffisolierung im Fahrer- und Beifahrerfußraum möglichst weit anheben, damit du das Bodenblech und die Spritzwand sehen kannst.
    2. Alles Sichtbare zunächst trockenwischen.
    3. Mit einer Gießkanne langsam Wasser ausschließlich in den Wasserkasten laufen lassen.
    4. Eine zweite Person beobachtet im Innenraum, ob an der Spritzwand oder hinter dem Heizungsgehäuse frisches Wasser erscheint.
    5. Anschließend die Ablaufrohre einzeln prüfen und beobachten, wohin das Wasser läuft, das neben den Rohren austritt.

    Auf einen Hochdruckreiniger würde ich verzichten, weil dieser Wasser auch durch normalerweise dichte Bereiche drücken kann.

    4. Die nasse Schaumstoffisolierung ist ein eigenes Problem

    Diese Dämmung kann erhebliche Mengen Wasser speichern. Selbst wenn du heute bereits die eigentliche Ursache beseitigt hast, bleibt es darunter möglicherweise noch wochenlang nass.

    Deshalb solltest du die Dämmung zumindest teilweise herausnehmen oder hochstellen und gründlich trocknen lassen. Andernfalls drohen Korrosion am Bodenblech und Schimmelbildung.

    Zwei Fragen hätte ich noch:

    1. Ist die Schaumstoffisolierung auf der Fahrer- und Beifahrerseite gleichermaßen nass, oder ist eine Seite deutlich stärker betroffen?

    2. Ist der Bereich direkt an der Spritzwand, also ganz vorne unter dem Armaturenbrett, ebenfalls nass, oder befindet sich die Feuchtigkeit hauptsächlich unten auf dem Bodenblech?

    Gerade die zweite Frage ist entscheidend. Damit lässt sich wesentlich besser unterscheiden, ob Wasser von oben beziehungsweise durch die Spritzwand eindringt oder sich lediglich im tiefsten Bereich des Fußraums gesammelt hat.

    Mein derzeitiger Hauptverdacht sind die zuvor verstopften Wasserkastenabläufe. Es ist durchaus möglich, dass du die eigentliche Ursache bereits beseitigt hast und jetzt nur noch das angesammelte Wasser in der Isolierung findest.

    Gruß Micha

    Waii_Smiley immer gerne wieder Wink_Smiley

  • Seba8tian
    Anfänger
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    • 21. Oktober 2026 um 11:46
    • #3

    Vielen Dank für die rasche und sehr ausführliche Antwort.

    Die Abläufe im Wasserkasten sitzen an der richtigen Stelle im Loch, allerdings kann man sie locker anheben. Man müsste sie also nach unten ziehen damit möglichst wenig an ihnen vorbei läuft. Also eingerastet sind sie nicht und es ist auch nicht möglich. Dein Verdacht, dass anschließend einiges die Spritzwand runterläuft und anschließend durch eine Kabeldurchführung ins Auto gelangt ist hier sehr naheliegend.


    Eine Klimaanlage besitzt das Fahrzeug, der Ablauf war aber wie gesagt komplett dicht, hier konnte also garnix ablaufen. Auch die Reinigung gestalltete sich sehr aufwendig da sich direkt am Ablaufausgang am Gehäuse ein 90 grad Winkel befindet.


    Den Test mit der zweiten Person habe ich bereits durchgeführt, wobei allerdings kein Wasser sichtbar wurde. Wenn eventuell über die Jahre immer wieder Kleinstmengen durch Kabeldurchführungen der Spritzwand gelangte, kann das natürlich auch ursächlich und bei einem Test zu wenig sein um sichtbar zu werden.


    Welche Seite tatsächlich nasser ist kann ich leider nicht direkt beurteilen aber auf der Fahrerseite stand das Wasser in den Mulden der Sitzbefestigung, was auf der Beifahrerseite nicht der Fall war.


    Das Wasser dürfte direkt unter die Dämmung aufs Bodenblech laufen, weiter oben an der Spritzwand kann ich keine Feuchtigkeit feststellen.


    Könnte es sein, dass durch den heißen Sommer die Klimaanlage viel gelaufen und durch den verstopften Kondenswasserablauf alles aufs Bodenblech gelaufen ist bzw. ist es vorstellbar das so eine große Menge Wasser über so lange Zeit nur durch Kondenswasser entsteht?


    Dass im Gehäuse und direkt darunter alles trocken ist könnte ich mir damit erklären, dass durch die ausgeschaltete Klimaanlage und Benutzung der Heizung dort bereits alles abgetrocknet ist.

  • nordinvent
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    • 21. Oktober 2026 um 13:03
    • #4

    Seba,

    ja und nach deinen zusätzlichen Beobachtungen halte ich den verstopften Kondenswasserablauf der Klimaanlage inzwischen für eine der wahrscheinlichsten Ursachen der Feuchtigkeit in deinem Renault Master III.

    Vor allem drei Punkte sprechen dafür:

    • Der Kondenswasserablauf war vollständig verstopft.
    • Bei deinem Wassertest über den Wasserkasten war kein Wassereintritt festzustellen.
    • Die Feuchtigkeit befindet sich unmittelbar unter der Schaumstoffdämmung auf dem Bodenblech, während der obere Bereich der Spritzwand trocken ist.

    Auch deine Vermutung, dass das Heizungsgehäuse inzwischen durch die Benutzung der Heizung wieder abgetrocknet ist, ist technisch durchaus plausibel.

    1. Kann eine Klimaanlage tatsächlich so viel Wasser produzieren?

    Ja, sogar erstaunlich viel.

    Eine Fahrzeugklimaanlage entzieht der angesaugten Luft nicht nur Wärme, sondern auch Feuchtigkeit. Diese schlägt sich am kalten Verdampfer nieder und muss über den Kondenswasserablauf nach außen gelangen.

    Je nach Luftfeuchtigkeit, Temperatur, Luftdurchsatz und Betriebsdauer können durchaus mehrere hundert Milliliter bis über einen Liter Kondenswasser pro Betriebsstunde entstehen. Bei sehr feuchtwarmer Witterung ist auch mehr möglich.

    Entscheidend ist die Menge, die sich über Wochen ansammeln kann. Dafür muss keineswegs ständig Wasser in den Innenraum fließen.

    Ein Beispiel: Bei durchschnittlich einem Liter Kondenswasser pro Betriebsstunde entstehen in 20 Stunden Klimabetrieb bereits 20 Liter. Gelangen davon nur 10 % unter die Dämmung, wären das schon zwei Liter Wasser im Fußraum. Technische Veröffentlichungen zur Fahrzeugklimatisierung nennen bei entsprechenden Bedingungen sogar etwa 1–2 Liter Kondenswasser pro Stunde.

    2. Warum ist hauptsächlich die Fahrerseite betroffen?

    Das widerspricht der Klimaanlage als Ursache nicht.

    Beim Überlaufen des Verdampfergehäuses kann Wasser auf der Rückseite des Gehäuses oder entlang einer Durchführung nach unten gelangen. Es muss deshalb nicht sichtbar über die Oberfläche des Teppichs laufen.

    Unter der Dämmung kann sich Wasser entlang des Bodenblechs verteilen. Fahrzeugneigung, Bremsen und Kurvenfahrt können dazu führen, dass es sich bevorzugt auf einer Seite sammelt.

    Auch der Automobilzulieferer HELLA beschreibt solche Wassereintritte durch fehlerhafte Kondenswasserableitung, wobei ausdrücklich beide Fußräume betroffen sein können. Das dort dokumentierte Fahrzeug ist allerdings ein anderes Modell.

    Dass bei dir sogar Wasser in den Vertiefungen der Fahrersitzbefestigung stand, zeigt vor allem, dass sich bereits eine erhebliche Menge angesammelt hatte.

    3. So würde ich jetzt weitermachen

    Ich würde zunächst den 90-Grad-Winkel am Kondenswasserablauf nochmals genauer betrachten. Denn selbst wenn der Ablauf inzwischen frei ist, könnte am Anschluss zwischen Heizungsgehäuse und Ablaufstück noch Wasser austreten.

    Anschließend würde ich:

    1. Die Dämmung so weit wie möglich anheben, vorhandenes Wasser entfernen und das Bodenblech trocknen.
    2. Bei ausreichend warmem, feuchtem Wetter die Klimaanlage etwa 30–45 Minuten betreiben.
    3. Kontrollieren, ob Kondenswasser unter dem Fahrzeug austritt und gleichzeitig der Bereich am Heizungsgehäuse und unter der Dämmung trocken bleibt.

    Ein funktionierender Ablauf nach außen wäre ein gutes Zeichen, beweist für sich allein aber noch nicht, dass am Anschluss nichts danebentropft.

    Deinen bisherigen Wasserkastentest würde ich ebenfalls nicht überbewerten: Du hast die verstopften Abläufe vorher gereinigt. Deshalb kann der Test einen früheren Wassereintritt nicht mehr zuverlässig nachweisen.

    Meine Einschätzung: Es ist durchaus vorstellbar, dass die Feuchtigkeit vollständig aus dem Klimakondensat des Sommers stammt. Die Spritzwanddurchführungen würde ich momentan erst an zweiter Stelle untersuchen. Sicher unterscheiden lässt sich das aber erst nach dem Trocknen und einem erneuten Klimatest.

    Eine Frage wäre noch besonders interessant:

    Als du den vollständig verstopften Kondenswasserablauf am Heizungsgehäuse freigemacht hast: Kam dir dabei eine größere Menge Wasser entgegen, vielleicht sogar schwallartig, oder war der Ablauf trotz Verstopfung innen trocken?

    Das wäre ein sehr aufschlussreicher Hinweis darauf, ob sich tatsächlich Wasser im Verdampfergehäuse angestaut hatte.

    Gruß Micha

    Waii_Smiley immer gerne wieder Wink_Smiley

  • Seba8tian
    Anfänger
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    4
    • 21. Oktober 2026 um 14:48
    • #5

    Mit dieser Wassermenge hab ich nicht gerechnet, da kommt ja einiges zusammen.

    Hab jetzt soweit wie möglich alles getrocknet und die Verkleidung angehoben. Der Abflussschlauch sitzt relativ fest am Gehäuse und scheint dicht zu sein. Nach der Beseitigung der Verschmutzung habe ich das Gehäuse als auch den Schlauch mit 1 Liter Wasser und einem Kunstoffschlauch einer Dose Drosselklappenreiniger durchgeputzt. Während dessen habe ich gesehen, dass das Wasser direkt vom Gehäuse unter das Fahrzeug abtropft und nicht an der Verbindung austrat.

    Am liebsten würde ich das Gehäuse ausbauen, aufmachen und komplett reinigen aber den Ausbau trau ich mir nicht wirklich zu. Ich vermute nämlich noch weit mehr Dreck im Gehäuse, der über kurz oder lang wieder alles zusetzen wird.

    Im Gehäuse bzw. dem Winkelstück vom Auslass war nasser stark komprimierter Dreck, im Schlauch ebenso. Anfangs dachte ich, dass ich mit dem Kunstoffschlauch zum putzen garnicht durchkomme aber so nach und nach ging es dann. Wie gesagt, Wasser kam keines heraus und schon garnicht schwallartig, der komprimierte Dreck/ Schlamm war aber richtig nass.

  • nordinvent
    Profi
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    • 21. Oktober 2026 um 14:55
    • #6

    sehr gut:thumbup:

    Waii_Smiley immer gerne wieder Wink_Smiley

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