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Renault Master II, 2,5l DCI, BJ2004 Läuft nicht nach Injektor tausch.

  • MasterII
  • 15. September 2026 um 08:35
  • MasterII
    Anfänger
    Beiträge
    1
    • 15. September 2026 um 08:35
    • #1

    Einen schönen Guten Tag,

    ich bin mehr oder weniger langsam an der Grenze meiner Geduld. Im Januar '26 (!!!) war ist das letzte mal mit Meinem Transporter angeln. So beim abstellen hab ich festgestellt das er pfust im Motorraum. Da hat hast sich einer der Injektoren gelöst. lange rede kurzer sinn. es wurden nach langer arbeit alle 4 getauscht und dazu der Zahnriemen. So nun nachdem tausch läuft der Maser nichtmehr. Sprit und druck kommen bis zu den Injektoren. Steuerzeiten stimmen. Nach aussage meines Bruders (der KFZ-Meiser ist) kommen sie nicht ins Steuergerät um die fehler auszulesen. Mein Bruder und seine Werkstatt waren großteils auf Opel ausgelegt. Da der Master und der Movano fast baugleich sind denk ich gibt es vllt doch Unterschiede beim Steuergerät. SO mit dem Startpilot Spray läuft mein treuer Begleiter nur ohne nicht. Bekommt, für mich logisch, kein Sprit.

    Aber weshalb?

    • Injektoren nicht eingelernt?
    • Muss man das beim BJ2004?
    • Weshalb kommt man nicht ins Steuergerät? Defekt?


    Problem an der ganzen Sache ist... für mein Kleinunternehmen bin ich ab 1.10.26 auf mein Auto angewiesen! Hoffe da ist nicht Großes.....

    Würd mich auf die Intelligenz der Masse freuen!

  • nordinvent
    Profi
    Reaktionen
    93
    Beiträge
    1.104
    • 15. September 2026 um 22:22
    • #2

    Master,

    ich würde hier zwei Dinge strikt voneinander trennen:

    1. Die vier Injektoren müssen bei diesem Baujahr sehr wahrscheinlich nicht codiert/eingelernt werden.
    2. Dass ihr überhaupt nicht ins Motorsteuergerät kommt, ist für mich momentan der wesentlich wichtigere Hinweis.

    Beim Master II 2.5 dCi von 2004 mit G9U 754 wurde ein EDC15C3 eingesetzt. Für genau diese Kombination gibt es Unterlagen zum Master 2.5 dCi 110 von 10/2003–10/2006.

    1. Müssen die Injektoren eingelernt werden?

    Normalerweise nein – jedenfalls nicht bei dem frühen EDC15-System, das in deinem 2004er sehr wahrscheinlich steckt.

    Bei den frühen G9U/EDC15-Systemen wird die Injektorkodierung teilweise überhaupt nicht verwendet. In einer Diskussion zu einem G9U 754 von 2004 mit EDC15 wird genau dieses Verhalten beschrieben: Die Injektorcodes stehen im Diagnosegerät beispielsweise auf AAAAAA, und bei den frühen EDC15-Versionen war eine Eingabe der Injektorcodes nicht vorgesehen.

    Deshalb würde ich die fehlende Injektorcodierung nicht als Ursache Nr. 1 ansehen.


    2. Der entscheidende Punkt: Ihr kommt nicht ins Motorsteuergerät

    Das macht mich wesentlich hellhöriger.

    Wenn der Motor mit Startpilot läuft, bedeutet das zunächst tatsächlich:

    Motor kann mechanisch laufen → zumindest grundsätzlich Drehzahl-/Steuerzeiten-Thema nicht völlig daneben.

    Aber daraus folgt noch nicht automatisch, dass die Hochdruckseite in Ordnung ist.

    Du schreibst:

    Zitat

    Sprit und Druck kommen bis zu den Injektoren.

    Das muss man etwas genauer definieren.

    Bei einem Common-Rail-Diesel reicht es nicht, dass Kraftstoff an den Injektorleitungen anliegt. Entscheidend ist, ob beim Starten ein ausreichender Raildruck aufgebaut wird und ob das Motorsteuergerät die Injektoren elektrisch ansteuert.

    Und genau dafür wäre jetzt die Diagnoseverbindung extrem hilfreich.


    Ich würde deshalb NICHT als Erstes die Injektoren codieren.

    Ich würde in dieser Reihenfolge vorgehen:

    Schritt 1 – bekommt das Motorsteuergerät überhaupt Versorgung?

    Beim 2004er Master gibt es einen eigenen Stromversorgungszweig für das Einspritzsteuergerät. Im Sicherungskasten ist unter anderem eine 25-A-Sicherung für das Einspritzsystem-Steuergerät aufgeführt; außerdem gibt es ein Motorsteuergeräterelais R12.

    Also nicht nur:

    Zitat

    „Sicherung ist optisch okay.“

    sondern mit Multimeter prüfen:

    Zündung AUS / EIN und beim Starten:

    • Versorgung ECU
    • Masse ECU
    • geschaltetes Plus
    • Versorgung des Diagnoseanschlusses
    • Spannungsversorgung des Motorsteuergeräterelais

    Gerade bei einem Fahrzeug, an dem vorher Injektoren und Zahnriemen gemacht wurden, würde ich außerdem ganz genau den Bereich des Motor-/Getriebekabelbaums kontrollieren.


    Schritt 2 – Diagnosegerät und Opel/Movano-Frage

    Dein Bruder liegt mit seiner Vermutung nicht völlig daneben, aber:

    Master II und Movano A sind technisch eng verwandt.

    Das bedeutet allerdings nicht, dass jedes Opel-Diagnosegerät automatisch mit jedem Renault-Steuergerät kommuniziert.

    Gerade bei einem 2004er Master würde ich deshalb unbedingt einmal mit einem Renault-fähigen Gerät versuchen:

    • Renault CLIP
    • oder einem guten Multimarken-Gerät mit expliziter Renault-Unterstützung
    • Fahrzeug manuell auswählen
    • Master II → 2.5 dCi → G9U 754

    Nicht einfach „Opel Movano 2.5 CDTI“ auswählen und daraus schließen, dass das ECU nicht erreichbar ist.


    Schritt 3 – ganz wichtig: Was macht die Wegfahrsperre?

    Hier gibt es einen sehr interessanten Punkt.

    Bei einem Master II gibt es dokumentierte Fälle, bei denen keine Kommunikation mit dem Motorsteuergerät vorhanden war und gleichzeitig die Wegfahrsperrenanzeige auffällig war. Als Ursachen wurden unter anderem Versorgung, Relais und die geschaltete ECU-Versorgung genannt.

    Deshalb würde ich dich gerne etwas fragen:

    Was macht die rote Wegfahrsperren-Kontrollleuchte beim Einschalten der Zündung?

    • geht nach einigen Sekunden aus?
    • bleibt sie dauerhaft an?
    • blinkt sie schnell?
    • oder verhält sie sich völlig normal?

    Das wäre für die weitere Fehlersuche ausgesprochen hilfreich.


    Schritt 4 – Raildruck beim Starten messen

    Wenn die ECU erreichbar ist, wäre mein nächster Blick auf:

    Raildruck Soll/Ist während des Anlassens.

    Denn:

    Zitat

    „Kraftstoff kommt an den Injektoren an“

    beweist noch nicht, dass der erforderliche Common-Rail-Druck erreicht wird.

    Wenn beispielsweise der Raildruck beim Starten nicht hoch genug kommt, gibt die ECU die Einspritzung nicht frei bzw. es kommt zu keiner brauchbaren Einspritzung.

    Dann wären beispielsweise interessant:

    • Luft im Kraftstoffsystem
    • Kraftstoffversorgung zur Hochdruckpumpe
    • Mengen-/Druckregelung
    • Raildrucksensor
    • Rücklaufmenge der Injektoren
    • Hochdruckpumpe
    • falsche/fehlerhafte Injektoren
    • Druckverlust

    Und noch etwas ist nach dem Zahnriemenwechsel wichtig

    Du schreibst:

    Zitat

    Steuerzeiten stimmen.

    Das würde ich zunächst glauben – aber ich würde trotzdem den Kurbelwellen-/Nockenwellensignalbereich nicht aus den Augen verlieren.

    Denn der Motor kann mit Startpilot durchaus kurz laufen, obwohl die ECU aufgrund fehlender Synchronisation keine reguläre Einspritzung freigibt.

    Daher wären im Diagnosegerät beim Starten besonders interessant:

    • Motordrehzahl
    • Synchronisation Kurbelwelle/Nockenwelle
    • Raildruck Ist
    • Raildruck Soll
    • Einspritzfreigabe
    • Wegfahrsperrenstatus
    • Batteriespannung beim Starten

    Meine momentane Einschätzung

    Ich würde die Wahrscheinlichkeiten momentan ungefähr so gewichten:

    UrsacheEinschätzung
    Injektoren müssen nur codiert werdeneher unwahrscheinlich
    falsche/ungeeignete Injektorenmöglich
    Raildruck beim Starten nicht ausreichendsehr interessant
    ECU bekommt keine richtige Versorgungsehr interessant
    ECU/Diagnoseleitung nicht erreichbarsehr interessant
    Kurbel-/Nockenwellensynchronisationunbedingt prüfen
    Wegfahrsperre verhindert Einspritzungmöglich
    ECU tatsächlich defektmöglich, aber noch lange nicht bewiesen

    Und ich würde auf keinen Fall jetzt auf Verdacht ein anderes Steuergerät kaufen.

    Gerade weil keine Kommunikation mit dem ECU besteht, würde ich zuerst die Stromversorgung und Diagnoseleitung des EDC15C3 sauber durchmessen. Es gibt bei diesem Master sogar dokumentierte Fälle, bei denen zunächst ebenfalls „keine Kommunikation mit dem Motorsteuergerät“ vorhanden war und sich anschließend die ECU-Versorgung bzw. das geschaltete Plus als Ansatzpunkt herausstellte.

    Gruß Micha

    Wenn mein Tipp den Fehler schneller fand als die Werkstatt: 😄
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