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  3. Renault-Captur-Elektronik

Notlaufmodus Captur 1.2 TCe 2014

  • Jasmin26
  • 1. August 2026 um 20:34
  • Jasmin26
    Anfänger
    Beiträge
    2
    • 1. August 2026 um 20:34
    • #1

    Hallo Ihr Lieben,

    Ich habe leider ein Problem mit meinem Captur von 2014:
    Wir hatten das erste mal einen notlaufmodus, wo er gar nicht nicht mehr vorwärts oder rückwärts gefahren ist. Auf dem Display stand Getriebe prüfen. Dann haben wir einen Motorneustart gemacht und dann stand Abgassystem prüfen und die MKL hat gebrannt. Wir sind dann in den manuellen Modus und da ließ er sich wieder bis in den 6. Gang schalten und fahren. Am nächsten Tag stand kein Hinweis mehr da und die MKL war auch wieder aus.
    Ein paar Tage später wieder Notlaufmodus, Getriebe prüfen. Nach Motorneustart wieder Abgassystem prüfen und die MKL. Diesmal ging der Rückwartsgang gar nicht, Drive und manuell ging nur bis in den 2. Gang. Die Meldungen waren auch am nächsten Tag nicht weg, deshalb haben wir ihn zu Renault in die Werkstatt gebracht. Der Typ in der Werkstatt hat mich dann angerufen und meinte seine diagnosegeräte und die Fehlercodes deuten auf den Nockenwellenversteller und -sensor hin, deshalb austauschen, aber er kann nicht ausschließen, ob die Kette gelängt ist.
    Nachdem er das nockending ausgetauscht hat, sind wir jetzt so 600km ganz normal gefahren, ohne Probleme.
    Gestern ist er dann wieder in den notlaufmodus bis 2. Gang, wieder dieselben Meldungen, aber nach einem Motorneustart waren alle Meldungen weg und er fuhr wieder ganz normal.
    Und heute auch wieder komplett Stillstand, wieder dieselben Meldungen, nach ein paar Minuten konnten wir mit MKL weiterfahren, haben ihn dann ein paar Stunden stehen lassen und auf dem Rückweg war kurz die MKL an, ging dann aber wieder aus und er lässt sich wieder ganz normal fahren und meckert auch nicht.
    Jetzt frage ich mich: wenns die Kette ist, dann würde das Problem sich doch immer weiter verschlimmern und nicht zwischendurch 600km ohne Probleme fahren? Wir hören auch kein Rasseln oder die typischen Probleme, die man von der Steuerkette erwartet. Also was soll da noch diese Probleme verursachen?
    Zur Info: das Auto hat alle 2 Jahre einen Ölwechsel bekommen. Ich weiß, dass die 1.2er einige Probleme haben und ungefähr jedes könnte auf uns zutreffen, aber vielleicht kennt sich ja jemand genau damit aus.
    Ganz liebe Grüße und schonmal vielen Dank!

  • nordinvent
    Profi
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    93
    Beiträge
    1.105
    • 1. August 2026 um 22:42
    • #2

    Jasmin,

    dein Gedanke ist durchaus nachvollziehbar. 600 km völlig problemlos nach dem Tausch des Nockenwellenverstellers sprechen zumindest nicht dafür, dass die Steuerkette offensichtlich stark gelängt ist. Sie schließen eine Kettenproblematik aber leider auch nicht aus.

    Bei deinem Captur von 2014 ist entscheidend, welcher 1.2 TCe genau verbaut ist und welche Fehlercodes Renault tatsächlich ausgelesen hat. Gerade beim 1.2 TCe (H5F) gibt es mehrere mögliche Ursachen, die sich gegenseitig sehr ähnlich äußern können.

    Was mich an deiner Geschichte besonders interessiert

    Der Ablauf

    Zitat

    Getriebe prüfen → Fahrzeug fährt überhaupt nicht mehr → Neustart → Abgassystem prüfen + MKL → teilweise nur bis 2. Gang → später nach Neustart wieder normal

    ist für mich nicht automatisch ein Getriebeproblem.

    Das Getriebe kann hier durchaus nur aufgrund eines Motorfehlers in einen Schutz-/Notlauf gegangen sein. Das erklärt auch, warum nach dem Neustart plötzlich wieder alles funktioniert.

    Und dass der Fehler nach einigen Stunden Standzeit wieder verschwunden ist, passt ebenfalls zu einem sporadischen elektrischen bzw. sensorischen Problem.

    Die Steuerkette würde ich momentan nicht einfach als Ursache akzeptieren

    Eine gelängte Kette kann durchaus sporadische Fehler verursachen, insbesondere wenn die Abweichung noch im Grenzbereich liegt. Sie muss also nicht zwangsläufig ständig rasseln oder das Auto dauerhaft schlecht laufen lassen.

    Aber:

    600 km komplett störungsfrei + keine auffälligen Geräusche + Fehler kommt und geht + nach Neustart teilweise sofort wieder normal

    würde mich dazu bringen, erst einmal andere Ursachen sauber auszuschließen, bevor man eine Steuerkette auf Verdacht ersetzt.

    Besonders wichtig ist dabei:

    Welche Fehlercodes waren vor dem Austausch des Nockenwellenverstellers gespeichert und welche sind jetzt nach dem erneuten Auftreten gespeichert?

    Nicht nur „Nockenwellensensor/Nockenwellenversteller“, sondern bitte die exakten Renault-DF-Codes bzw. P-Codes.


    Beim H5F würde ich insbesondere diese Dinge prüfen

    1. Nockenwellensensor / Kurbelwellensensor und deren Verkabelung

    Ein intermittierendes Signal kann genau solche Geschichten erzeugen.

    Wenn beispielsweise das Verhältnis von Kurbelwellen- und Nockenwellensignal kurzzeitig nicht plausibel ist, kann das Motorsteuergerät einen Fehler setzen. Je nach Fehler kann das Fahrzeug anschließend in einen Schutzmodus gehen.

    Das kann durch

    • Sensor
    • Steckverbindung
    • Kabelbruch/Kontaktproblem
    • Öl/Feuchtigkeit im Stecker
    • Spannungsversorgung
    • Masseproblem

    entstehen.

    Und ein solcher Fehler kann nach Neustart wieder verschwunden sein.


    2. Nockenwellenverstellung / Magnetventil

    Hier ist wichtig zu wissen, was Renault tatsächlich getauscht hat.

    „Nockenwellenversteller“ kann im Werkstattgespräch einiges bedeuten.

    Wenn beispielsweise der Versteller selbst erneuert wurde, aber das Magnetventil für die Ölversorgung der Verstellung nicht, wäre das eine ganz andere Sache.

    Auch ein Problem mit der Ölversorgung kann die Verstellung beeinträchtigen.


    3. Ölversorgung

    Das ist beim 1.2 TCe für mich ein ziemlich wichtiger Punkt.

    Die Aussage „alle zwei Jahre Ölwechsel“ macht mich hier etwas hellhörig.

    Beim H5F würde ich nicht nur nach dem Kalender, sondern vor allem nach der tatsächlichen Kilometerleistung zwischen den Ölwechseln fragen.

    Wenn das Auto beispielsweise nur 5.000 km in zwei Jahren fährt, ist das etwas völlig anderes als 30.000 km in zwei Jahren.

    Und beim H5F können Ölzustand, Öldruck und Verschmutzungen im Bereich der Nockenwellenverstellung eine Rolle spielen.


    4. Steuerkette

    Sie bleibt auf der Liste.

    Aber bevor ich sie aufgrund der bisherigen Beschreibung als Hauptverdächtigen einstufe, würde ich wissen wollen, ob Renault tatsächlich eine Abweichung zwischen Kurbelwellen- und Nockenwellenposition gemessen hat.

    Das ist ein großer Unterschied zwischen:

    Zitat

    „Der Fehlercode kann bei einer gelängten Kette auftreten.“

    und

    Zitat

    „Wir haben die tatsächlichen Steuerzeiten geprüft und festgestellt, dass die Nockenwelle gegenüber der Kurbelwelle außerhalb der Toleranz liegt.“

    Letzteres wäre für mich eine wesentlich bessere Begründung für einen Kettentausch.


    Und dann gibt es noch einen sehr wichtigen Punkt

    Deine Beschreibung klingt für mich so, als ob Motorsteuergerät und EDC-Doppelkupplungsgetriebe miteinander kommunizieren und das Getriebe wegen des Motorfehlers in den Schutzmodus geht.

    Deshalb würde ich nicht nur die Motorfehler auslesen lassen.

    Wenn der Fehler wieder auftritt, sollte Renault auslesen:

    • Motorsteuergerät
    • Getriebesteuergerät
    • gespeicherte Fehler
    • sporadische Fehler
    • Freeze-Frame-Daten
    • möglichst die Zeitpunkte bzw. Kilometerstände der Fehler

    Und die Fehler nicht sofort löschen.

    Denn gerade bei einem Fehler, der nur alle paar hundert Kilometer auftritt, sind die gespeicherten Zusatzinformationen Gold wert.


    Eine Sache würde ich jetzt auf keinen Fall machen

    Ich würde nicht einfach die Steuerkette erneuern lassen, nur weil „Nockenwellensensor/Versteller“ im Fehlerprotokoll auftaucht.

    Dafür ist dein Fehlerbild momentan zu interessant.

    Wenn du mir die genauen Fehlercodes vom Renault-Aufenthalt geben kannst – am besten ein Foto vom Auftrag/Diagnoseausdruck – kann ich dir ziemlich genau auseinandernehmen, was Renault tatsächlich gefunden hat und ob daraus wirklich die Steuerkette folgt.

    Und wenn du weißt, was genau Renault bei dem „Nockending“ ausgetauscht hat (Rechnung/Teilenummer wäre ideal), schick das ebenfalls mit.

    Dann können wir auch prüfen, ob der aktuelle Fehler überhaupt noch derselbe ist wie vor der Reparatur. Das wäre bei deinen 600 km problemloser Fahrt ein sehr wichtiger Hinweis.

    Gruß Micha

    Waii_Smiley immer gerne wieder Wink_Smiley

  • Jasmin26
    Anfänger
    Beiträge
    2
    • 21. August 2026 um 11:27
    • #3


    Hi Micha,

    Vielen Dank erstmal für deine ausführliche Antwort!
    Jetzt, ein paar Wochen später, bin ich schlauer und kann dir mehr Infos geben.
    Im Juli wurden konkret ausgetauscht: Nockenwellenversteller und Magnetventil.
    Der zugehörige Fehlercode war DTC001477
    Heute wurde erneut geprüft und es gibt wohl keine Fehlercodes mehr beim Einspritz-Dings, sondern „nur“ Fehlercodes beim Getriebesteuergerät: DTC183892, DTC189412 und DTC174311

    Zum Thema Ölversorgung: Der Captur ist 12 Jahre alt, hat aber erst 70.000km runter, also der Ölwechsel alle 2 Jahre ist ungefähr alle 10.000km erfolgt und in der Werkstatt gab es heute auch keine Probleme mit Öl.

    Die Werkstatt schließt jetzt anhand der Fehlercodes aus, dass die Kette gelängt ist.
    Ich bin auch immernoch der Meinung, dass der Fehler viel zu sporadisch aufgetreten ist, vielleicht alle 50km ist er in den Notlauf gegangen, und fuhr nach 10min wieder, als wäre nie etwas gewesen. Da hört sich das Getriebesteuergerät durchaus logischer an, wie du es ja auch vermutet hast.

    Ich würde das Auto durchaus reparieren lassen, auch wenn es ein paar tausend Euro sind. Ich kenne dieses Auto, ich weiß, wie gut es gepflegt wurde und für 12 Jahre sieht es wirklich noch gut aus. Wenn ich mir alternativ für ein paar Tausend ein anderes gebrauchtes Auto kaufen würde, weiß ich nicht, wie vorher damit umgegangen wurde. Aber natürlich tut sowas erstmal weh.

    Glaubst du, das lohnt sich? Kann man sagen, dass das Auto danach wieder problemlos fährt (vielleicht diesmal mehr als 600km)?
    War der Austausch vom Nockenwellenversteller und Magnetventil umsonst? Es wundert mich schon, dass es verschiedene Fehlercodes sind, aber dasselbe Symptom?
    Ich würde mich einfach richtig ärgern, wenn ich jetzt das Steuergerät für teuer Geld austauschen lasse und dann stehen wir in ein paar Wochen wieder mit dem selben Fehler da. Ich bin jetzt auch leider ein bisschen traumatisiert bei dem Auto, obwohl ich es liebe.

    Ich freue mich auf deine Rückmeldung!

    Bilder

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  • nordinvent
    Profi
    Reaktionen
    93
    Beiträge
    1.105
    • 21. August 2026 um 11:58
    • #4

    Jasmin,

    nach so langer Zeit hatte ich dieses Thema schon abgehakt, Ich steige nochmal ein. Auf dem Ausdruck stehen tatsächlich nicht drei völlig unterschiedliche Getriebefehler, sondern drei Einträge, die sich sehr stark auf die Schalttrommeln bzw. deren Antrieb konzentrieren.

    Ich würde den Ausdruck jetzt deutlich ernster nehmen als die bloße mündliche Aussage „Getriebesteuergerät“.

    Was auf dem Renault-Ausdruck tatsächlich steht

    DTCSteuergerätRenault-BeschreibungkmAuftreten
    001477Einspritzanlage EMS 3150Stromkreis Versteller Auslass Nockenwelle58.9301
    189412TAStromkreis Motor Schalttrommel 171.0194
    183892TASchalttrommel 171.0082
    178172TAGangwechsel Schalttrommel 261.6872

    Der entscheidende Punkt ist also:

    Die aktuellen Getriebefehler sind tatsächlich bei der Getriebesteuerung (TA) hinterlegt.

    Und DTC 189412 ist sogar viermal aufgetreten.


    Das macht mich hinsichtlich der Steuerkette noch entspannter

    Der alte Fehler 001477 ist auf dem Ausdruck ausdrücklich:

    Zitat

    STROMKREIS VERSTELLER AUSLASS NOCKENWELLE

    Das ist zunächst einmal ein elektrischer Fehler im Stromkreis des Nockenwellenverstellers.

    Das ist etwas anderes als:

    Zitat

    „Nockenwellenposition außerhalb der Toleranz“

    oder

    Zitat

    „Kurbelwellen-/Nockenwellen-Synchronisation fehlerhaft“.

    Das ist wichtig.

    Du hattest damals also einen Fehler, der sehr gut zu dem Austausch von Nockenwellenversteller + Magnetventil gepasst hat.

    Und der jetzige Fehlerbereich ist davon komplett getrennt.

    Ich sehe deshalb momentan keinen guten Grund, die Steuerkette als Ursache des aktuellen Problems zu betrachten.


    Viel interessanter sind die aktuellen drei Einträge

    Besonders:

    189412

    „Stromkreis Motor Schalttrommel 1“

    Das ist ein elektrischer Fehler am Antrieb der Schalttrommel.

    Dann:

    183892

    „Schalttrommel 1“

    und zusätzlich:

    178172

    „Gangwechsel Schalttrommel 2“

    Das ist schon eine ziemlich deutliche Häufung im Bereich der Schaltaktuatoren/Schalttrommeln des DC4-Doppelkupplungsgetriebes.

    Und genau das kann dein beobachtetes Verhalten erklären:

    Das Getriebe weiß bzw. erkennt in diesem Moment nicht zuverlässig, welche Stellung der Schaltmechanismus hat → es geht in einen Schutzmodus → „Getriebe prüfen“ → nur noch bestimmte Gänge bzw. überhaupt kein Kraftschluss.

    Nach Zündung aus/ein kann die Elektronik wieder initialisieren und der Wagen fährt zunächst völlig normal.


    Eine Sache auf dem Ausdruck finde ich besonders interessant

    Schau auf die Kilometerstände:

    189412: 71.019 km – 4 Auftreten
    183892: 71.008 km – 2 Auftreten

    Das bedeutet, dass diese Fehler nicht einfach uralte Fehler aus der Vergangenheit sind, sondern sehr aktuell und mehrfach aufgetreten sind.

    Dagegen steht der alte Nockenwellenfehler:

    001477: 58.930 km – 1 Auftreten

    Das passt sehr schön zu deiner Geschichte:

    1. Bei ca. 58.930 km wurde der Nockenwellenfehler erkannt.
    2. Versteller + Magnetventil wurden ersetzt.
    3. Danach war lange Ruhe.
    4. Jetzt bei ca. 71.000 km treten andere Fehler im Getriebesteuergerät mehrfach auf.

    Das spricht eher dafür, dass du zwei voneinander unabhängige Baustellen hattest/hast.

    Und damit würde ich den damaligen Austausch nicht als sinnlos betrachten.


    Aber jetzt kommt der wichtige Haken

    Ich würde aus diesem Ausdruck noch nicht automatisch schließen: „Getriebesteuergerät kaputt – tauschen.“

    Denn der Ausdruck beweist zunächst:

    Zitat

    Das Getriebesteuergerät erkennt Fehler an den Schalttrommeln.

    Er beweist noch nicht zwingend:

    Zitat

    Das Getriebesteuergerät selbst ist defekt.

    Es gibt nämlich mehrere Möglichkeiten:

    A. Getriebesteuergerät/TCU selbst defekt

    B. Steckverbindung/Kabel zum Aktuator

    C. Versorgungsspannung oder Masseproblem

    D. Motor/Aktuator der Schalttrommel

    E. Mechanisches Problem der Schalttrommel

    F. interne Elektronik des Getriebes

    Und erst wenn diese Möglichkeiten geprüft wurden, würde ich das Steuergerät ersetzen.


    Allerdings gibt es einen Punkt, der mich eher zum Steuergerät tendieren lässt

    189412 lautet nicht einfach „Gang lässt sich nicht einlegen“.

    Es ist ausdrücklich:

    Zitat

    Stromkreis Motor Schalttrommel 1

    Das ist ein elektrischer Fehler.

    Wenn dieser Fehler wiederholt auftritt und insbesondere nach einem Neustart wieder verschwunden ist, würde ich einen intermittierenden elektrischen/elektronischen Fehler sehr ernst nehmen.

    Und genau hier passt dein Erlebnis:

    Zitat

    fährt 50 km → plötzlich Notlauf

    10 Minuten später → wieder völlig normal

    mehrere Stunden später → wieder normal

    irgendwann wieder derselbe Fehler

    Das ist kein typisches Bild einer permanent mechanisch zerstörten Komponente.

    Es ist ein sehr typisches Bild für einen Fehler, der nur unter bestimmten Bedingungen auftritt – Temperatur, Vibration, elektrischer Kontakt, interne Elektronik usw.


    Und jetzt zu deiner größten Sorge

    Zitat

    „Ich lasse das Steuergerät für viel Geld wechseln und in ein paar Wochen passiert dasselbe wieder.“

    Genau deshalb würde ich vor der Freigabe des Austauschs eine konkrete Diagnose verlangen.

    Ich würde der Werkstatt sinngemäß sagen:

    Zitat

    „Bitte prüfen Sie vor dem Austausch des Getriebesteuergerätes, ob die Fehler 189412 und 183892 durch die Schalttrommel bzw. deren Motor/Aktuator, Kabel/Stecker oder die Versorgung verursacht werden können. Wenn diese Punkte ausgeschlossen sind und das Steuergerät selbst als Ursache übrig bleibt, lasse ich es ersetzen.“

    Das ist eine völlig berechtigte Forderung.


    Was ich außerdem wissen möchte

    Auf dem Ausdruck steht oben:

    Captur (J87), 1.2 TCE BENZINMOTOR, DC4, BIXNN

    Das bestätigt sehr schön: 1.2 TCe + DC4-Doppelkupplungsgetriebe.

    Und der Ausdruck stammt vom 16. Juli 2026 bei 71.024 km.

    Interessant ist außerdem, dass dort noch ein weiterer Getriebefehler steht:

    178172 – „Gangwechsel Schalttrommel 2“ – 61.687 km – 2×

    Der ist also schon bei rund 61.700 km aufgetreten.

    Das würde ich Renault unbedingt fragen:

    Zitat

    „Warum ist bereits bei 61.687 km ein Fehler an Schalttrommel 2 gespeichert worden und jetzt bei 71.008/71.019 km erneut Schalttrommel 1?“

    Denn möglicherweise ist das ein Hinweis darauf, dass nicht nur ein einzelner Aktuator, sondern die gemeinsame Elektronik/Steuerung des DC4 Probleme macht.

    Das wäre für mich diagnostisch sehr wertvoll.


    Mein aktuelles Fazit

    Nach diesem Dokument würde ich meine Einschätzung so gewichten:

    Steuerkette: 🟢 momentan eher unwahrscheinlich als Ursache des aktuellen Problems

    Nockenwellenversteller/Magnetventil: 🟢 damaliger Fehler war real und plausibel; die Reparatur war nicht offensichtlich „umsonst“

    mechanisches Getriebe: 🟡 noch nicht vollständig ausgeschlossen

    Schalttrommel/Aktuator/Kabel: 🟠 unbedingt prüfen

    Getriebesteuergerät/TCU: 🔴 sehr konkreter Verdacht, insbesondere wegen 189412 + wiederholtem Auftreten + deinem extrem sporadischen Fehlerbild

    Und ja: Ich würde den Captur an deiner Stelle reparieren lassen, sofern die Diagnose vor dem Teiletausch sauber abgesichert wird. Bei 71.000 km und einem ansonsten guten, bekannten Fahrzeug würde ich nicht wegen dieses Problems das Auto aufgeben.

    Der nächste Schritt ist für mich aber nicht „Steuergerät bestellen“, sondern herauszufinden, was Renault genau als Ursache für 189412 diagnostiziert hat.

    Wenn du mir noch den Kostenvoranschlag bzw. die Positionen/Teilenummer für das geplante Getriebesteuergerät fotografierst, kann ich dir sagen, was Renault tatsächlich austauschen will, ob das der richtige Weg ist und ob der Preis dafür plausibel ist.

    Gruß Micha

    Waii_Smiley immer gerne wieder Wink_Smiley

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