Guten Tag,
(Frage im 3. Abschnitt)
Ich habe meinen Zahnriemen vor etwa 10tKM selber gewechselt. War meine erste eigenständige Reparatur und obwohl nichts dramatisch schief gegangen ist, habe ich wohl das Timing etwas vermasselt. Die Nockenwelle war höchstwahrscheinlich nicht richtig blockiert worden und ich vermute, dass die sich um ein Minimum Grad gedreht hat als ich den OG Riemen abnahm (oder den neuen draufmachte).
Mein Auto verbrennt jetzt etwa 3-4l Öl auf 5tKM, sichtbar bei längeres stehen an einer roten Ampel und dann abfahre, bläuliche Rauchentwicklung. Sonst einfach der Geruch von verbranntem Öl (edit: bzw stark riechenden abgasen) wenn ich den Motor starte und kurz nochmal ins Haus renne um was zu holen.
3. Wie kann ich das Timing neu einstellen, wenn bei der Nockenabdichtung die Markierung nicht mehr ersichtlich ist? Gibt es da eventuell ein vorgehen wie beim unteren Rad wo ich einen Stift reinstecken kann oder durch Winkel die Ausrichtung wieder in Ordnung kriege? Ich nehme an es ist minimal und die Toleranz war gut zu mir ansonsten wäre mein bescheidenes Gefährt nach diesen 10tKM nicht mehr am brummen.
P.S. Gibt es sonst noch was, das durch diese Fehleinstellung einem höheren Verschleiss ausgesetzt war und überprüft werden sollte?
Beste Grüsse HM
Clio 2B 1.2 16v, nach Riemenwechsel Ölverbrauch
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Hobby,
beim Clio 2 Phase B 1.2 16V (D4F-Motor) würde ich den Zusammenhang Zahnriemen → plötzlich 3–4 Liter Öl/5000 km eher kritisch hinterfragen. Ein leicht verstelltes Steuerzeitenmaß kann den Motorlauf verschlechtern, Leistung kosten und die Verbrennung beeinflussen – aber so einen massiven Ölverbrauch verursacht eine kleine Verstellung normalerweise nicht.
Das Fehlerbild mit blauem Rauch nach längerem Leerlauf und dann beim Anfahren passt eher zu:
- Ventilschaftdichtungen
- Kolbenringe / Ölabstreifringe
- Kurbelgehäuseentlüftung (KGE)
- eventuell beschädigte Ventile durch falsche Steuerzeiten (bei stärkerem Versatz)
Gerade "steht an der Ampel → fährt los → blaue Wolke" ist ein Klassiker für Ventilschaftdichtungen: Im Leerlauf kann Öl an den Ventilschäften vorbei in den Brennraum laufen und wird beim Gasgeben verbrannt.
Steuerzeiten prüfen / neu einstellen
Beim D4F gibt es nicht einfach eine sichtbare Nockenwellen-Markierung wie bei alten Motoren. Die richtige Einstellung erfolgt über:
- Kurbelwelle auf OT stellen
- Kurbelwelle mit dem OT-Arretierstift blockieren (Gewindebohrung im Block)
- Nockenwellen-Position über die Arretierung bzw. die Markierungen/Flächen prüfen
- Riemen neu auflegen und Spannung korrekt einstellen
Die Nockenwelle hat bei diesem Motor normalerweise eine definierte Stellung über die Arretierung bzw. die Stellung der Nocken – nicht über eine "irgendwo noch sichtbare" Zahnmarkierung.
Wenn der Motor jetzt läuft, würde ich nicht einfach oben am Rad drehen. Ein Zahn daneben wäre deutlich, aber ein paar Grad Verdrehung kann man ohne saubere Arretierung nicht zuverlässig beurteilen.
Was würde eine falsche Steuerzeit verursachen?
Bei einem kleinen Versatz möglich:
- schlechter Kaltstart
- unrunder Leerlauf
- weniger Drehmoment untenrum
- höherer Verbrauch
- Fehler "Nockenwelle/Kurbelwelle Korrelation" (je nach Steuergerät)
Bei größerem Versatz:
- Ventilkontakt
- krumme Ventile
- Kompressionsverlust
Da er 10.000 km problemlos läuft, ist ein kapitaler Ventilschaden eher unwahrscheinlich.
Was ich als Erstes prüfen würde
1. Kompressionstest
- alle 4 Zylinder vergleichen
- ein deutlich niedriger Zylinder wäre verdächtig
2. Druckverlusttest
Der sagt mehr als Kompression:- Luft am Ansaugtrakt → Einlassventil
- Luft am Auspuff → Auslassventil
- Luft im Öleinfüllstutzen → Kolbenringe
3. Kurbelgehäuseentlüftung
Beim D4F kann eine zugesetzte oder defekte Entlüftung Öl in den Ansaugtrakt ziehen.4. Ansaugschlauch/Drosselklappe prüfen
Steht dort viel Ölfilm oder sammelt sich Öl?Zum Verschleiß durch falsche Steuerzeit
Wenn er wirklich leicht daneben stand, könnten betroffen sein:
- Ventile (wenn Kontakt)
- Ventilsitze
- Kat (durch Ölverbrennung)
- Lambdasonde
- Zündkerzen
Bei 3–4 l Öl auf 5000 km würde ich aber den Kat/Lambda tatsächlich im Hinterkopf behalten.
Eine wichtige Frage: Trat der Ölverbrauch direkt nach dem Zahnriemenwechsel auf oder erst einige tausend km später?
Und: Hat der Motor seit dem Wechsel mehr Leistung verloren / läuft er rauer, oder läuft er eigentlich normal und nur der Ölverbrauch ist da? Das würde die Richtung stark eingrenzen.Gruß Micha
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