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  1. Renaultforum.net
  2. Renault Kangoo
  3. Renault-Kangoo-Elektronik

5 Injektoren defekt in 34 Monaten,1 mal Steuergerät

  • muddywaters
  • 22. März 2026 um 23:33
  • muddywaters
    Spender
    Beiträge
    3
    • 22. März 2026 um 23:33
    • #1

    Hallo!
    Habe mir einen Renault Kangoo Grand 1,5 DCI 110PS im März 2016 geholt.Nach anfänglicher Zufriedenheit hat sich das Fahrzeug zu einem Horror entwickelt .5 Pannen innerhalb knapp 4 Jahren(erste Panne Januar 2022) und einem Geldeinsatz von ca 5800€ meinerseits und bestimmt 3000€ vom ADAC.Auch jetzt weiß ich nicht wann er wieder steht.Es wird immer abrupter und gefährlicher.Die Lösung das Auto zu verkaufen fällt mir schwer ,weil ich einges selber im Innenraum zu Campen umgebaut habe.Wir schlafen drinnen und unsere Sachen kommen ins Zelt.Nach der letzten Panne im März 26 weigert sich meine Partnerin mit dem Auto mitzufahren.Wir sind zweimal vollbeladen liegengeblieben auf unserer 5-6 wöchigen Rundreisen ,mit den dazugehörigen Übernachtungen ,Taxifahrten und Reparturen fern des Heimatortes.Hat jemand Tipps wie ich wieder ruhig dieses Fahrzeug benutzen kann? Renault Kundendienst hält sich bedeckt(1 Jahresgarantie)ebenso die Werkstätten.Da ich im Winter das Auto nur zur Not bewege hatte ich mir vor zwei Jahren von Liqui Moly Ant Dieselpest geholt und nach Anleitung eingefüllt.Ohne Erfolg!
    Mein jetziger Kilometerstand ist 47930Km,also 4800 Km im Jahr.Das war mein erster und letzter Diesel.
    Bin für jeden Tipp dankbar.
    Kann man so einen Injektor selber austauschen wenn man sich einen auf die Reise mitnimmt?

    Vielen Dank für die Antwort

    • Zitieren
  • nordinvent
    Profi
    Reaktionen
    76
    Beiträge
    793
    • 22. März 2026 um 23:43
    • #2

    Muddy,

    Ganz ehrlich: einen Injektor auf Verdacht mitzunehmen und unterwegs selbst zu tauschen ist bei deinem Kangoo eher keine sinnvolle Reisestrategie.

    Warum nicht:

    • Beim 1.5 dCi ist ein Injektor nicht wie ein Glühbirnenwechsel.
    • Er kann fest sitzen, die Kupferdichtung muss neu, der Sitz muss sauber sein.
    • Je nach System muss der Injektor angelernt/codiert werden.
    • Wenn die Ursache gar nicht der Injektor ist, stehst du trotzdem wieder.

    Also: ja, technisch machbar für geübte Schrauber daheim – aber nicht als realistische Pannenlösung auf Reise.

    Was mir bei deinem Fall viel mehr auffällt:

    • 47.930 km in 10 Jahren ist für einen Diesel extrem wenig.
    • ca. 4.800 km/Jahr plus Winter-Standzeit ist genau das Profil, bei dem Diesel oft Probleme machen.
    • Dazu kommen lange Reisen mit Volllast nach viel Standzeit – das ist für so ein Fahrzeug oft der Moment, wo Schwächen plötzlich hochkommen.

    Das riecht weniger nach „ein einzelner böser Injektor“, sondern eher nach einem Grundproblem im Kraftstoff-/Abgassystem oder in der Peripherie, das nie sauber gefunden wurde.

    Typische Kandidaten bei so einem Nutzungsprofil:

    • Injektoren mit Rücklaufproblem
    • Dieselfilter / Wasser / Schmutz im System
    • Luft im Kraftstoffsystem
    • schwache Vorförderung bzw. Undichtigkeiten
    • Raildrucksensor / Druckregelventil
    • Kurbelwellensensor / Nockenwellensensor
    • EGR-Probleme
    • DPF-Probleme durch zu wenig echte Langstrecke
    • Kontaktprobleme / Masse / Stecker, die nur sporadisch ausfallen

    Dieselpest würde ich bei deinem Text nicht automatisch als Hauptursache sehen. Die tritt eher bei längerer Lagerung von Diesel, Feuchtigkeit im Tank und wirklicher mikrobieller Belastung auf. Ein Additiv allein behebt so etwas oft nicht, wenn der Tank bzw. das System schon belastet ist.

    Was ich an deiner Stelle machen würde, damit du wieder ruhiger fahren kannst:

    1. Keine Teile mehr auf Verdacht wechseln

    Nach 5 Pannen und fast 5800 € Eigenkosten wäre für mich Schluss mit:

    • „wir probieren mal das“
    • „könnte der Injektor sein“
    • „fahren Sie erstmal weiter“

    Du brauchst eine saubere Fehlerstrategie, nicht mehr Einzelreparaturen ins Blaue.

    2. Vor der nächsten Reise: gezielte Diesel-Diagnose

    Nicht nur Fehlerspeicher lesen, sondern gezielt prüfen lassen:

    • Injektor-Rücklaufmengentest
    • Raildruck Soll/Ist beim Starten, Leerlauf und unter Last
    • Dieselfilter erneuern und alten Filterinhalt auf Wasser/Schmutz prüfen
    • Kraftstoffleitungen auf Luftblasen / Undichtigkeiten
    • Tank auf Verunreinigung
    • EGR und DPF-Beladung
    • Kurbelwellensensor-Signal, wenn der Wagen abrupt abstirbt
    • Batterie/Ladespannung/Masseverbindungen, weil Unterspannung moderne Diesel ebenfalls verrückt machen kann

    Wichtig ist: nicht nur „Fehlerspeicher ohne Befund“, sondern Messwerte während des Problems oder unter vergleichbaren Bedingungen.

    3. Werkstatt nur noch mit klarem Auftrag

    Ich würde schriftlich sagen:

    Zitat

    Bitte keine weiteren Teile auf Verdacht tauschen.
    Ich möchte eine systematische Diagnose der Ursache für die wiederholten Ausfälle, insbesondere Kraftstoffversorgung, Injektor-Rücklauf, Raildruck, Sensorik und DPF/EGR.
    Bitte die Messergebnisse dokumentieren.

    Damit zwingst du die Werkstatt eher zu echter Diagnose.

    4. Das Nutzungsprofil ehrlich bewerten

    Für wenig Kilometer, viel Standzeit, Camping, Zuverlässigkeit fern von zuhause ist ein Diesel oft einfach die falsche Wahl.
    Das ist unangenehm, gerade weil du ausgebaut hast. Aber:

    • Wenn sogar deine Partnerin nicht mehr mitfahren will,
    • ihr schon mehrfach beladen liegen geblieben seid,
    • und du vor jeder Reise Angst hast,

    dann ist das Auto als Reisefahrzeug im Kern seinen Zweck nicht mehr wert, selbst wenn man es noch irgendwie am Leben hält.

    5. Wenn du ihn behalten willst: erst Vertrauen wieder aufbauen

    Bevor wieder eine 5–6 Wochen Reise ansteht:

    • erst mehrere kurze Testfahrten
    • dann Tagesausflug
    • dann Wochenende
    • erst danach große Tour

    Nicht direkt wieder vollbeladen auf Langreise.

    6. Für die Reise lieber das mitnehmen:

    Sinnvoller als ein Injektor:

    • OBD-Diagnosegerät
    • Starthilfepack
    • neuer Dieselfilter
    • Basiswerkzeug
    • Pannendienst plus Werkstattliste entlang der Route

    Aber auch das ersetzt keine saubere Ursachenfindung.

    Meine ehrliche Einschätzung

    Ein einzelner Injektor kann zwar Ärger machen.
    Aber bei deiner Geschichte würde ich nicht glauben, dass „einen Ersatzinjektor mitnehmen“ das Problem löst.
    Das wirkt eher wie ein Fahrzeug, bei dem die eigentliche Ursache nie sauber gefunden wurde.

    Gruß Micha

    Wenn mein Tipp den Fehler schneller fand als die Werkstatt: 😄
    ☕ Kaffeekasse: 1 € Spenden – Danke!

    • Zitieren
  • muddywaters
    Spender
    Beiträge
    3
    • 24. März 2026 um 10:43
    • #3

    Hallo!

    Vielen Dank für die ausführliche Antwort und Tipps.Wie ich weiter verfahre weiß ich im Moment nicht.

    Viele Grüße Waldemar

    • Zitieren
  • muddywaters
    Spender
    Beiträge
    3
    • 29. März 2026 um 16:27
    • #4

    Hallo Micha,

    eine Sache die mich noch beschäftigt.

    Jedes mal bei der Panne war die Kontrolllampe ESD am leuchten ,also Symbol schleuderndes Auto mit Schlüsselsymbol und lautem Piepen,bis ich dann unvermittelt stehe.

    Der ADAC hat beim testen dann nur den Fehler Injektor (1-4) defekt angezeigt bekommen.

    Habe ich hier irgendetwas verpasst?

    Die Werkstätten haben ja auch den gleichen Fehler in der Armaturenanzeige gesehen,aber nie etwas von einem Fehler in der ESC(Elektronisches Stabilitätsprogramm mit Untersteuerungskontrolle und Antischlupfregelung) bei der Reparatur erzählt.Fahre am Dienstag nochmals nach Lippstadt zur Renault Werkstatt (Fragen),vielleicht komm ich der Sache doch noch auf den Grund.

    Könntest du mir einen OBD Scanner empfehlen?

    Habe mich noch wegen diesen Fehlers noch an ein anderes Forum gewendet,dabei aber nicht so eine fundamentierte Hilfe bekommen wie in diesem Forum!

    Herzliche Grüße von Waldemar

    • Zitieren
  • nordinvent
    Profi
    Reaktionen
    76
    Beiträge
    793
    • 30. März 2026 um 00:02
    • #5

    Muddy,

    nein du hast da sehr wahrscheinlich nicht unbedingt etwas übersehen.

    Bei Renault laufen diese Warnungen oft zusammen, obwohl die eigentliche Ursache woanders sitzt. Im Handbuch zum Kangoo steht:

    • Ein echter ESC-Fehler wird normalerweise mit einer Meldung wie „WARNING: Check ESC“ angezeigt; dann sind ESC und Traktionskontrolle deaktiviert.
    • Gleichzeitig greift die Traktionskontrolle direkt in die Motorleistung ein, um Schlupf zu begrenzen. Das heißt: Wenn der Motor bzw. das Einspritzsystem spinnt, kann das ESC/ASR-Thema als Folgefehler oder Begleitwarnung auftauchen.
    • Renault beschreibt außerdem die allgemeine Stop-/Warnlogik so, dass Warnlicht, Piepton und Meldung zusammen auftreten können; bei „Engine Failure Risk“ nennt Renault ausdrücklich Einspritzfehler als Ursache.

    Meine Einschätzung dazu:
    Der Injektor-/Einspritzfehler kann sehr gut das Primärproblem sein, und die ESC-Anzeige war dann eher Begleitmusik als die eigentliche Wurzel.
    Entscheidend ist, ob im ABS/ESC-Steuergerät zusätzliche eigene Fehlercodes gespeichert waren. Genau das würde ich am Dienstag in Lippstadt gezielt fragen.

    Frag dort möglichst so:

    • „Waren bei den Pannen nur Motor-/Einspritzfehler gespeichert oder auch ABS/ESC-Fehler?“
    • „Können Sie mir die genauen Fehlercodes mit Freeze-Frame ausdrucken?“
    • „Gab es Einträge zu Raddrehzahlsensor, Bremslichtschalter, ABS-Block, Lenkwinkelsensor oder nur Einspritzung/Raildruck/Injektor?“
    • „War die ESC-Meldung Ursache oder nur Folge einer Motorstörung / Notlauf-Situation?“

    Für dich privat zum Mitlesen würde ich keinen ganz billigen ELM327-Klon nehmen. Bei deinem Fall brauchst du eher etwas, das Live-Daten stabil kann und im besten Fall auch markenspezifisch mehr sieht.

    Meine Empfehlung in deinem Fall wäre so:

    Am sinnvollsten für dich

    • iCarsoft RT V2 oder iCarsoft FR V2.0: beide sind klar auf Renault/Dacia bzw. französische Marken zugeschnitten und liegen aktuell ungefähr bei 160–170 €.
    • Das passt gut, wenn du ohne Handy direkt am Auto arbeiten willst.

    Beste Kombination aus Preis und Alltag

    • OBDLink MX+: aktuell etwa 139–149 €, mit sehr guten Bewertungen.
    • Damit plus einer guten App hast du oft die angenehmste Lösung für Live-Daten während der Fahrt.

    Wenn es günstiger sein soll

    • vLinker MC+: rund 51 € und ebenfalls gut bewertet.
    • Autel AP200: etwa 80 €, App-basiert und als Einstieg okay.

    Wenn du ein richtiges Handgerät willst

    • LAUNCH CRP 129 EVO: ca. 150 € und für viele Hobbyschrauber ein guter Mittelweg.
    • Autel MaxiCOM MK900: deutlich teurer, eher Richtung semiprofessionell.

    Für deinen Kangoo mit wiederkehrenden Pannen würde ich persönlich so wählen:

    • Bluetooth + Handy: OBDLink MX+
    • eigenständiges Gerät: iCarsoft RT V2 oder LAUNCH CRP129 EVO

    Worauf du beim Scanner achten solltest:

    • Motor + ABS/ESP + Airbag lesen können
    • Live-Daten
    • Fehler löschen
    • möglichst markenspezifische Renault-Daten
    • ideal: Aufzeichnung während der Fahrt

    Für deinen Werkstatttermin wären die wichtigsten Live-Werte später:

    • Raildruck Soll/Ist
    • Injektorkorrekturwerte
    • Motordrehzahl beim Ausfall
    • Batteriespannung
    • gegebenenfalls Raddrehzahlen / Bremslichtschalterstatus, falls doch ESC beteiligt ist

      Gruß Micha

    Wenn mein Tipp den Fehler schneller fand als die Werkstatt: 😄
    ☕ Kaffeekasse: 1 € Spenden – Danke!

    • Zitieren
  • nordinvent
    Profi
    Reaktionen
    76
    Beiträge
    793
    • 30. März 2026 um 00:25
    • #6

    :)

    Wenn mein Tipp den Fehler schneller fand als die Werkstatt: 😄
    ☕ Kaffeekasse: 1 € Spenden – Danke!

    • Zitieren

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